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Junges DTF
Arbeiter am Istanbuler Bahnhof Sirkeci, Quelle: Cumhuriyet

Interkulturelles, Weitere Initiativen 05.11.2026 /// 18:30 - 20:30 Uhr StadtPalais - Museum für Stuttgart Nie nur Gäste?

Gesprächsabend zum 65. Jahrestag des Anwerbeabkommens Deutschland-Türkei

Spuren und Erinnerungen der türkischen Arbeitsmigration gestern und heute

Vor 65 Jahren schlossen die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen, das die deutsche Gesellschaft nachhaltig prägen sollte. Viele der angeworbenen Arbeitskräfte kamen auch nach Baden-Württemberg und Stuttgart. Sie arbeiteten in Fabriken und Betrieben, wo sie dringend gebraucht wurden, gründeten Familien und Vereine und gestalteten das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben mit. Aus den sogenannten „Gastarbeiter*innen“ wurden Kolleg*innen, Nachbar*innen und Bürger*innen – auch wenn die Fragen nach Zugehörigkeit und Anerkennung bis heute vielfach Gegenstand politischer Debatten und persönlicher Auseinandersetzung sind.

Das Jubiläum bietet Anlass, auf diese Geschichte zurückzublicken und zugleich nach ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu fragen: Welche Erfahrungen machten Arbeitsmigrant:innen und ihre Familien? Welche Spuren haben sie in Stuttgart hinterlassen? Wie wirken frühere Vorstellungen von Migration und Zugehörigkeit bis heute fort? Und welchen Platz nimmt die Einwanderungsgeschichte in unserer Erinnerungskultur ein?

Ein wissenschaftlicher Vortrag von Cihan Sinanoğlu, Sozialwissenschaftler und Leiter der Geschäftsstelle des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), eröffnet den Abend und ordnet das deutsch-türkische Anwerbeabkommen historisch und gesellschaftspolitisch ein. 

Im anschließenden Podiumsgespräch mit Ayşe Özbabacan, Leiterin der Abteilung Integrationspolitik der Landeshauptstadt Stuttgart, Mehmet İldeş, Gründer von Local Diversity, und Mustafa Kösebay, DTF-Kuratoriumsmitglied und Protagonist der Ausstellung „Stuttgart Hatırası“, treffen Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltung, migrantischer Selbstorganisation und persönlicher Erinnerung aufeinander. Gemeinsam richten wir den Blick auf gelebte Erfahrungen, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, wie eine vielfältige Erinnerungskultur gestaltet werden kann. Moderiert wird das Gespräch von Hümeyra Tukat.