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Junges DTF
Der 500.000ste Gastarbeiter in Baden-Württenberg wird am Stuttgarter Hauptbahnhof empfangen., Quelle: Frank Eppler

Interkulturelles 17.09.2024 /// 18:00 - 20:00 Uhr Theodor-Heuss-Haus Migrationsgeschichten - Stuttgart und die frühe Bundesrepublik

Vortrag von Professorin Dr. Bettina Severin-Barboutie

Die jüngere Geschichtsschreibung der Bundesrepublik Deutschland hat – im Unterschied zu älteren Erzählungen – das Thema Migration durchaus aufgegriffen, es aber doch eher als ein randständiges Phänomen behandelt. Im Gegensatz dazu geht Bettina Severin-Barboutie davon aus, dass Migration von zentraler Bedeutung für die Geschichte der Bundesrepublik und der Stadt Stuttgart im Besonderen war. Diese Entwicklung setzt bereits gleich nach 1945 ein und nicht erst mit dem Beginn der staatlichen Anwerbung von Arbeitskräften seit den 1950er Jahren. Die Referentin plädiert dafür, Migration als eine treibende Kraft zu begreifen, welche die Gesellschaft in Bewegung hielt. Eine zeitgemäße Gründungsgeschichte der Bundesrepublik muss auch die Perspektive der Migration einbeziehen.

Prof. Dr. Bettina Severin-Barboutie, Quelle: Bettina Severin-Barboutie
Quelle: Bettina Severin-Barboutie

Professorin Dr. Bettina Severin-Barboutie, hat Geschichte, Fachjournalismus, Russisch und Philosophie an den Universitäten Gießen und Bordeaux studiert und weitere Studienaufenthalte in den USA absolviert. Von 2014 bis 2016 war sie Feodor Lynen-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Paris 1 so¬wie Gastwissenschaftlerin am Deutschen Historischen Institut Paris, von 2016 bis 2022 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Gießen. Seit 2022 ist sie Professeure d’Histoire Contemporaine an der Universität Clermont Auvergne.
Ihre Forschungsinteressen liegen auf Europa und seinen Verflechtungen in und mit der Welt vom 18. bis ins 21. Jahrhundert mit einem Fokus auf Mobili¬tät und Migration sowie auf Kolonialismus und Dekolonisation. Einschlägig für das Thema ihres Vortrags ist ihre Habilitation, die 2019 erschien unter dem Titel „Migration als Bewegung am Beispiel der Städte Stuttgart und Lyon nach 1945”.