Aktionswochen gegen Rassismus 16.03.2026 /// 19:00 - 21:00 Uhr Forum 3 e.V. Kutlu Yurtseven: Eine ehrenwerte Familie
Szenische Lesung mit Videos und Musikbeispielen - Eine musikalische Würdigung der Gastarbeiter-Generation
Im Rahmen der diesjährigen Aktionswochen gegen Rassismus präsentiert Kutlu Yurtseven eine eindrucksvolle szenische Lesung zu seinem Buch "Eine ehrenwerte Familie". Mit Texten, Videoeinspielungen und Musikbeispielen blickt er auf über 35 Jahre Hip-Hop-Geschichte zurück – erzählt aus der Perspektive der Kölner Band "Microphone Mafia" und eingebettet in die gesellschaftlichen Kämpfe der letzten Jahrzehnte.
Das Buch, das Kutlu Yurtseven gemeinsam mit Rossi Pennino verfasst hat, verbindet die Geschichte der Band mit persönlichen Erfahrungen und politischem Engagement. Aufgewachsen im Schatten der Bayer-Werke, würdigt Yurtseven die erste Generation der Arbeitsmigrant*innen, die "alles gaben", und steht für einen Hip-Hop, der nicht nach Lebensläufen fragt, sondern nach Haltung. Neben unbeschwerten Stücken prägen vor allem Songs über die rassistischen Brandanschläge der 1990er Jahre das künstlerische Schaffen der Band.
Das NSU-Attentat auf der Kölner Keupstraße, das Kutlu Yurtseven aus nächster Nähe erlebte, markiert einen weiteren zentralen Punkt seiner Biografie – und erklärt sein konsequentes Engagement gegen Rassismus, sowohl in der Musik als auch in Initiativen und auf der Bühne. Die szenische Lesung macht Mut, sich gegen Rassismus und Krieg auszusprechen, und verbindet Erinnerung, Musik und Widerstand zu einem intensiven Abend. Ein kraftvoller Abend über Hip-Hop als Haltung, Erinnerung als Verantwortung und Musik als Stimme gegen Rassismus.
Kutlu Yurtseven, geboren 1973, ist Rapper, Autor und politisch engagierter Künstler. Als Gründungsmitglied der Hip-Hop-Band Microphone Mafia rappt er seit den frühen 1990er Jahren auf Türkisch und Deutsch und prägt damit eine Musik, die gesellschaftliche Realitäten, Migrationserfahrungen und antirassistisches Selbstverständnis miteinander verbindet.
Nach den NSU-Anschlägen engagierte sich Kutlu Yurtseven in der Initiative "Keupstraße ist überall" und wirkte am Theaterstück "Die Lücke" des Kölner Schauspiels mit, das sich mit den Folgen des NSU-Terrors auseinandersetzt. Neben seiner künstlerischen und politischen Arbeit ist er als Ganztagskoordinator an einer Schule tätig.