Über vier Jahre hinweg haben sich bei Merhaba in Stuttgart Jugendliche und junge Erwachsene für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung engagiert. Sie gestalteten mit den Kindern und ihren Familien, die neu nach Stuttgart gekommen waren, altersgerechte pädagogische Freizeitangebote im Umfeld der Unterkünfte zum Kennenlernen der Stadtbezirke. Hierbei förderten sie die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und erleichterten ihnen das Ankommen in der neuen Heimatstadt.

Durch Parallelen im kulturellen Einfühlungsvermögen und bei der familiären Migrationserfahrung konnten die Ehrenamtlichen lebensnahe Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen sein. Gleichzeitig lernten die Ehrenamtlichen selbst mehr über die Lebensrealität der Flüchtlinge in Stuttgart.

Je nach Bedarf unternahmen die ehrenamtlich Engagierten mit den Kindern und Jugendlichen individuelle Aktivitäten oder Aktivitäten in kleineren Gruppen. Zu Beginn führten die Ehrenamtlichen die Familien durch die Stadtteile und zeigten ihnen verschiedene Einrichtungen und Plätze, die sowohl für die Familien als auch für die Kinder interessant sein könnten. Aufgrund der anfangs noch geringen Deutschkenntnisse organisierten die Ehrenamtlichen beispielswiese eine arabischsprachige Führung im Mercedes-Benz-Museum. In Stuttgart Nord entstand in einer Unterkunft eine nachhaltige Hausaufgabenbetreuung namens NuBiS – Nachhilfe und Betreuung in Stuttgart, in der die Ehrenamtlichen den Kindern bei den Hausaufgaben halfen und ihnen spielerisch den Zugang zur neuen Sprache erleichterten. Später entwickelten sich verschiedene regelmäßige Angebote, sowie kulturelle Aktivitäten für geflüchtete Kinder und ihre Familien. Diese reichten von kreativen Angeboten wie Flugdrachenbasteln oder Stofftaschenstempeln über Musik-, Sport- und Tanzworkshops, bis hin zu weiteren Museums- oder Freizeitparkbesuchen.

 

In regelmäßigen Abständen besuchten die Ehrenamtlichen einen speziell entwickelten Stammtisch, in dem gemeinsam mit einem Experten über aktuelle Themen wie Flucht, Integration sowie über die Situation in den Herkunftsländern der Geflüchteten gesprochen wurde. Zudem bot der Stammtisch Raum für einen Erfahrungsaustausch.

Durch die pädagogische Vorbereitung und Begleitung konnten die Ehrenamtlichen ihre Ideen kompetent umsetzen und den Kindern und Jugendlichen wesentliche Impulse für ihre Freizeitgestaltung geben.