"Der halbe Mond" von Hasan Çobanlı und Stephan Reichenberger

Hasan Çobanlı und Stephan Reichenberger lesen in unserer Reihe LITERATÜR auf ihrem Roman "Der halbe Mond", der eine große, authentische Familiengeschichte aus der Welt türkischer und deutscher Aristokraten erzählt. Die Autoren schlagen den Bogen über drei Generationen hinweg von der Dardanellenschlacht 1915 bis zu den Gezi-Park-Demonstrationen 2013. Der SWR-Redakteur Manfred Heinfeldner wird den Abend moderieren.

Ein stolzes Herrenhaus in Mecklenburg, ein Pascha-Palais am Bosporus, das Kaiserliche Kadettenkorps in Berlin: In diesen unterschiedlichen Welten wird Feridun, Sohn des Dardanellen-Helden Cevat Pasa, erwachsen. Gedrillt zum Gardejäger und perfekt in Auftritt und Manieren, ist er gern gesehener Gast auf den Gütern adliger Familien in Preußen. Als Diplomat, protegiert vom Revolutionär und Staatsgründer Atatürk, als Frauenheld und charmanter Exot erlebt er zwischen 1920 und 1960 Weltgeschichte aus ungewöhnlichen Perspektiven, unter anderem mit Hitlers Helfer Franz von Papen und dem späteren Papst Giuseppe Roncalli. Zweimal verheiratet, zunächst mit der Tochter eines türkischen Botschafters, dann mit einer deutschen Aristokratin, versucht Feridun sein Glück auch bei der ungarischen Soubrette Zsa Zsa Gabor. Doch auf die hat auch Atatürk ein Auge geworfen.

Hasan, Feriduns Sohn und wie der Vater weder in der Türkei noch in Deutschland wirklich zu Hause, macht 2013 während der Gezi-Park-Aktionen in Istanbul die Bekanntschaft einer jungen Demonstrantin, die sich ihm als nahe Verwandte vorstellt. "Der halbe Mond" ist die authentische Geschichte zweier großer Familien aus Morgenland und Abendland über 100 Jahre hinweg, zweier schicksalhaft verstrickter Kulturen und der daraus entstehenden Emotionen.

DIE AUTOREN

Hasan Cevat Çobanlı, geboren 1952 in Istanbul, wo er seine Kindheit verbringt. Studium der Amerikanistik und Romanistik, Absolvent der Deutschen Journalistenschule. Schrieb u. a. für Stern, Wirtschaftswoche und Capital. Als TV-Reporter, Moderator und Produzent drehte er zum Teil preisgekrönte Reisedokumentationen. Im September 2017 erschien sein Buch "Erdoğanistan: Der Absturz der Türkei und die Folgen für Deutschland" im Verlag C.H.Beck. Der Autor lebt in München.

Stephan Reichenberger, geboren 1957 in Bayreuth. Drehbuchautor und Ghostwriter. Er entwickelte TV-Sendungen wie Leo’s Magazin, Frontal, Leute heute, drehte zahlreiche TV-Dokumentationen für ARD und ZDF und schrieb Drehbücher für TV-Komödien. Für seine Arbeit erhielt er den Adolf-Grimme-Preis. Stephan Reichenberger lebt in München.


 

Informationen

Termin
Freitag, 8. Dezember 2017, 20 Uhr

Ort
Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4 (Bosch Areal)
70174 Stuttgart

Eintritt
EUR 10,- / 8,- / 5,-
"Halber Preis" für Mitglieder des Deutsch-Türkischen Forums und des Literaturhauses
Online-Kartenbestellung folgt
Vorverkauf in der Buchhandlung im Literaturhaus sowie an vielen Vorverkaufsstellen in Stuttgart und Umland.