Abgrenzung des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart e. V. zu Strukturen der Gülen- bzw. Hizmet-Bewegung in Deutschland

16.08.2016 09:00

Aufgrund zahlreicher Anfragen aus Öffentlichkeit und Medien in den vergangenen Wochen möchten wir deutlich machen, dass das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e. V. weder ideell noch strukturell der Gülen-Bewegung (auch "Hizmet-Bewegung" genannt) nahesteht. Vorstand und Kuratorium des DTF haben sich bereits vor einigen Jahren deutlich von der Gülen-Bewegung distanziert und eine Zusammenarbeit in jeglicher Form ausgeschlossen. Grund dafür war die schon damals intransparente Struktur der Vereine, die der Bewegung offenbar nahestehen, und deren ideologischer Hintergrund. Nationalistisch-religiöse Inhalte und Handlungsweisen der Bewegung stehen im schroffen Gegensatz zu den freiheitlich-demokratischen Grundprinzipien unseres Vereins.

Uns ist allerdings auch bewusst, dass es aufgrund der Verwendung des Begriffs "Ağabey-Abla" bei unserem Stipendien- und Mentorenprogramm zu Verwechslungen mit Strukturen der Gülen-Bewegung kommen kann. Diese Missdeutungen sind uns bekannt, allerdings möchten wir nicht auf die Verwendung der in der türkischen Kultur verwurzelten und generell bedeutsamen Begriffe "Ağabey" (großer Bruder) und "Abla" (große Schwester) aus dem Grund verzichten, dass eine uns fremde Bewegung sie ebenfalls für ihre religiös motivierte Arbeit gebraucht. "Ağabey" und "Abla" stehen bei unserem Programm für die engen persönlichen, fast schon familiären Bindungen zwischen Mentor*in und betreutem Kind. Wie in unserer gesamten Vereinsarbeit legen wir gerade auch in unserem Stipendien- und Mentorenprogramm "Ağabey-Abla" großen Wert auf die Neutralität aller Akteure in religiösen, weltanschaulichen, ideologischen und politischen Fragen. Eine Zusammenarbeit mit Organisationen und Personen, die extremistische, nationalistische oder undemokratische Positionen teilen, kommt für uns daher nicht in Frage und wird strikt unterbunden.