4. BAKIŞ-Themenabend

Perihan Mağden & Güner Yasemin Balcı:
Frauen in der türkischen Gesellschaft -
Stark und frei oder schwach und unterdrückt? 

Das Bild der türkischen Frau kann in der Türkei und in Deutschland aus zwei Perspektiven betrachtet werden: Entweder ist es eine Opfergeschichte: Sie handelt von Benachteiligung, Diskriminierung, Freiheitsentzug, Gewalt und manchmal sogar von Mord im Namen der Ehre. Die andere Perspektive steht im krassen Gegensatz. Es ist eine Erfolgsgeschichte: Dann geht es um Professorinnen, Ärztinnen, Juristinnen, um Karrieren, die bis an die Spitze großer Unternehmen führen können. Nur eine Geschichte lässt sich nicht erzählen: eine einzige, für alle verbindliche türkische Frauengeschichte. Zu unterschiedlich sind die Lebensbedingungen in dem Land aber auch hierzulande, in der türkisch-deutschen Einwanderungsgesellschaft.

Wie sind diese Gegensätze begründet? Wie lassen sich die Widersprüche erklären und welches Bild hat sich in den letzten Jahren wie und in welche Richtung verändert? Lässt sich Lage in der Türkei mit der Lage türkischer Migrantinnen in Deutschland überhaupt vergleichen?

Frauen in der türkischen Gesellschaft: Stark und frei oder schwach und unterdrückt? Das ist das Thema des 4. Themenabends in der BAKIŞ-Reihe – zu Gast sind zwei Frauen, deren Stärke vor allem in ihren Worten liegt: Die türkische Journalistin und Schriftstellerin Perihan Mağden und Güner Yasemin Balcı, Autorin aus Berlin. Moderiert wird das Gespräch von dem Journalisten Murad Bayraktar.


Die Gesprächspartner

Perihan MağdenPerihan Mağden, geboren 1960 in Istanbul, ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen in der jüngeren türkischen Literatur. Sie studierte Psychologie an der  Boğaziçi Universität. Durch ihre kontrovers diskutierten Kolumnen in der Zeitung Radikal zwischen den Jahren 1997 und 2009 wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Perihan Mağden veröffentlichte bislang fünf Romane, von denen vier auch ins Deutsche übersetzt wurden. Zuletzt erschien ihr Roman "Ali und Ramazan" im Suhrkamp-Verlag, der auch als "Buch des Jahres 2010" in der Türkei ausgezeichnet wurde.

Güner Yasemin BalcıGüner Yasemin Balcı, deren Eltern in den 1960er Jahren als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen, wurde 1975 in Berlin-Neukölln geboren. Sie studierte Erziehungs- und Literaturwissenschaft und arbeitete im Modellprojekt "Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention" im sozialen Brennpunkt Neuköllns, im Rollbergviertel, sowie im Mädchentreff MaDonna mit Jugendlichen aus türkischen und arabischen Familien. Heute arbeitet sie als freie Journalistin und Fernsehautorin. Der Lage von Migranten in Deutschland gilt auch ihr Interesse als Schriftstellerin. Im September 2008 erschien ihr Debütroman "Arabboy – Eine Jugend in Deutschland oder das kurze Leben des Rashid A." und 2010 ihr zweites Buch "ArabQueen oder der Geschmack der Freiheit".

Murad BayraktarMurad Bayraktar, geboren 1973 in Witten an der Ruhr, studierte zunächst Englisch an der Universität Istanbul und später Anglistik, Politikwissenschaften und Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum. Als Moderator und Autor arbeitet er seit 1997 beim Westdeutschen Rundfunk, seit 2003 Redakteur, seit 2009 Leiter der türkischen Redaktion von WDR Funkhaus Europa. Ehrenamtlich ist er in den Vorständen der Vereine "Dokumentationszentrum und Museum für die Migration in Deutschland" und "Neue Deutsche Medienmacher" engagiert. 


BAKIŞ-Themenabend: Frauen in der türkischen Gesellschaft: Stark und frei oder schwach und unterdrückt?

 

Informationen

Termin
Mittwoch, 7. November 2012
20:00 Uhr

Ort
Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4 (Bosch Areal)
70174 Stuttgart

Eintritt
EUR 9,-/7,-/4,50
Online-Vorverkauf

Flyer
Download (*.pdf 550kb)